10-jähriges Jubiläum des VMDO mit über 350 Gästen

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  • 11. Mai 2018

Fotos © Markus Mielek, 2018

Staatssekretärin Serap Güler (CDU) und OB Ullrich Sierau (SPD) würdigen Engagement des VMDO für ein gutes Zusammenleben in der Dortmunder Stadtgesellschaft

Verbund der sozialkulturellen Migrantenvereine in Dortmund feierte buntes Jubiläumsfest im Dortmunder Rathaus

Zusammen mit über 350 Gästen aus der Dortmunder Stadtgesellschaft feierte am 8. Mai der VMDO e.V. sein zehnjähriges Bestehen im Dortmunder Rathaus. Oberbürgermeister Ullrich Sierau stellte in seiner Eröffnungsrede fest: „Dass wir heute in der Bürgerhalle feiern zeigt: Der VMDO ist angekommen in der Mitte der Stadt und in der Mitte der Stadtgesellschaft.“ Er dankte dem VMDO für sein Engagement und sagte: „Vielfalt gehört zu dieser Stadt. Vielfalt ist Zukunft. Mit seinem Engagement arbeitet der VMDO an der Zukunft dieser Stadt.“ Das ,Haus der Vielfalt‘ – der Sitz des VMDO – bezeichnete Sierau als „Kristallisationspunkt der Kulturen in Dortmund.“

Der Vorstand des VMDO mit dem OB Ullrich Sierau

Die gelebte Vielfalt zeigte sich auch unter den Gästen und Gastgebern des Festaktes. Ganz bewusst erschienen viele in ihren traditionellen Gewändern – nicht, um Rückzug in ethnische Communities zu demonstrieren, sondern um zu zeigen: Man kann sich seiner Wurzeln bewusst sein und zugleich in der deutschen Gesellschaft ankommen, sich als Bürger engagieren und für Demokratie und gleichberechtigte Teilhabe einsetzen. Denn das ist es, was den VMDO ausmacht und von herkömmlichen Migrantenorganisationen unterscheidet: „Unter dem Dach des VMDO haben sich über 60 Vereine und über 100 Nationalitäten zusammengeschlossen, die autonom sind und zugleich gemeinsame Prinzipien teilen: Sie sind lokal, herkunftsunabhängig, kulturübergreifend säkular und partizipativ“, sagte Dr. Ümit Koşan, Geschäftsführer und Mitgründer des VMDO.

Mit der Gründung des VMDO vor zehn Jahren und seiner Entwicklung ist eine ganz neue Form von Migrantenverein entstanden: „Wir sind gewissermaßen ein ,Heimatverein 4.0‘: Wir leben Heimat im Plural, engagieren uns für ein gleichberechtigtes Zusammenleben in der Stadt, im Quartier, vernetzen uns untereinander und mit der Stadtgesellschaft. Nur so kann echter interkultureller Austausch entstehen und Teilhabe einen verständlichen Sinn bekommen“, so Koşan.

v.l.n.r. sind folgende Personen zu sehen: Gesa Harbig, Serap Güler, Dr. Ümit Koşan, Jeyakumaran Kumarasamy

Die wichtige Rolle, die Migrantenorganisationen als Brückenbauer, Schnittstelle und Stimme von Menschen mit Migrationsgeschichte einnehmen können, wird von Politik, Verwaltung, Wohlfahrtsverbänden und Unternehmen immer stärker wahrgenommen. Serap Güler, Staatssekretärin für Integration im Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration, würdigte in ihrer Festrede die Leistung des VMDO. „Es ist ein zentrales Ziel der Landesregierung, die Entwicklung von Migrantenselbstorganisationen weiter voranzubringen. Der VMDO leistet als Verbund wichtige Unterstützung für diese Organisationen“, sagte Staatssekretärin Güler.

Im Laufe des Festprogramms wurden die vielfältigen Aktivitäten des VMDO und seiner Mitgliedsvereine sichtbar: Neben Tanzperformances, die in einem gemeinsamen Projekt von VMDO und Kinder- und Jugendtheater entstanden, stellten ausgewählte Vertreterinnen und Vertreter von Mitgliedsvereinen ihre Arbeit vor. Dazu gehören Angebote und Projekte im Bereich Kultur, Bildung, Unterstützung bei der Arbeitsmarktintegration, Hilfe beim Ankommen in Deutschland oder soziale Stärkung, interkultureller Austausch und Begegnung. Gleichzeitig engagieren sich zahlreiche der VMDO-Mitgliedsvereine in ihren Herkunftsländern: Sie fördern den Wissenstransfer, unterstützen Bildungsprojekte, investieren ins Gesundheitssystem oder knüpfen wichtige Unternehmenskontakte, um wirtschaftliche Entwicklung voranzutreiben. Damit werden die Lebensperspektiven und Teilhabechancen in den Herkunftsländern verbessert und Fluchtursachen bekämpft.

Zum Abschluss der Feier spielte das Transorient Orchestra, eine Gruppe, deren Solisten im Ruhrgebiet leben und ihre Wurzeln in Deutschland, der Türkei, im Iran, Tunesien und Syrien haben. Die verschiedenen kulturellen Einflüsse werden mit viel jazziger Improvisation zusammengebracht.

Dr. Kirsten Hoesch