Drei neue Städte im samo.fa-Projekt

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  • 30. Juli 2019

Das samo.fa-Netzwerk wächst weiter:  Mit lokalen Trägern in Erfurt, Güstrow und Weimar arbeiten jetzt drei weitere ostdeutsche Städte an der Stärkung der Aktiven aus Migrantenorganisationen in der Flüchtlingsarbeit. Damit ist das BV NeMO-Projekt mittlerweile in 34 Städten und 13 Bundesländern aktiv.

Seit 2016 unterstützt der BV NeMO im samo.fa Projekt bundesweit lokale Träger in der Arbeit mit Geflüchteten. Unter den bundesweiten Partnern finden sich neben lokalen Verbünden vor allem migrantische Träger von Kultur- und Bildungsaktivitäten, die sich durch breite Kooperationsbeziehungen auszeichnen. Jetzt konnten drei weitere Städte für das Netzwerk gewonnen werden.

Priorität für das laufende Projektjahr hat für den neuen Weimarer Koordinator Aaed Almasri vom lokalen Träger Kulturbrücke Palästina Thüringen e.V. die Arbeitsmarktintegration Geflüchteter und eine verstärkte Teilhabe von Kindern und Jugendlichen in der thüringischen Landeshauptstadt. Der studierte Architekt Almasri hat selbst einige Jahre als Arbeitsvermittler für die Agentur für Arbeit gearbeitet und kennt sowohl die Hürden für Menschen mit Fluchtgeschichte auf dem Arbeitsmarkt als auch die zentrale Bedeutung von Arbeit für das Ankommen in einem neuen Land: Soziale Kontakte, finanzielle Unabhängigkeit, die Möglichkeit, sich selbst und die eigenen Fähigkeiten einzubringen. Etwa 150 Menschen mit jüngerer Fluchtgeschichte werden bereits jetzt erreicht, schätzt der neue Koordinator.

Auch Francisco Mucauque von Amandla e.V. aus Güstrow in Mecklenburg-Vorpommern hat bereits Kontakte und Erfahrung in der Arbeit mit Geflüchteten. Jeden Samstag organisiert sein Verein ein offenes Treffen für Neubürger*innen, Migrant*innen und die Nachbarschaft. Bildungs- und Integrationsarbeit hat sich der Lehrer für Arbeit, Wirtschaft und Technik für das laufende samo.fa-Jahr vorgenommen. Gleichzeitig will er Neubürger*innen dabei unterstützen, selber Vereine aufzubauen. Auch das Thema Rassismus und Diskriminierung beschäftigt den lokalen Träger und den neuen Koordinator. „Hier gibt es viele Vorurteile in der einheimischen Bevölkerung“, sagt Francisco Mucauque. „Deshalb holen wir die Nachbarschaft dort ab, wo sie steht und klären in Veranstaltungen von und mit Geflüchteten über Fluchtgründe und die Situationen in den Herkunftsländern auf.“

Für den neuen Erfurter Koordinator Jens Hellmann ist die Aufklärung der Mehrheitsgesellschaft ebenfalls ein wichtiges Anliegen für die samo.fa-Arbeit in 2019. Der lokale Träger in der thüringischen Hauptstadt ist Romnokher Thüringen. Der 2017 gegründete Verein, der aus jahrelangen Initiativen hervorgegangen ist, hat die Zielgruppe Roma und Sinti. Insbesondere arbeitet er mit Menschen, die aufgrund von Diskriminierung und damit einhergehenden Ausschlüssen vom Arbeitsmarkt und Bildungssystem aus ihren Herkunftsländern geflüchtet sind – viele kommen aus den Staaten des ehemaligen Jugoslawien oder den jungen osteuropäischen EU-Ländern. Auch hier leben sie nicht diskriminierungsfrei, betont Hellmann. „Es ist aber kein Vergleich zu den Umständen in den Ländern, die sie verlassen haben.“ Antidiskriminierungsarbeit bleibt aber eine Priorität – auch für die samo.fa-Arbeit.

samo.fa ist ein Projekt des Bundesverbands NeMO und wird durch die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration gefördert. 

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