Kongress LIP 2.0: „Vielfalt ist unsere Stärke“ in Hannover

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  • 23. Januar 2020

Beim NeMO-Verbundspartner MiSO Hannover fand am 17. und 18. Januar eine große Auftaktveranstaltung zur neuen Ausarbeitung des Lokalen Integrationsplan (LIP) statt: Bis zu 250 Menschen trafen sich  im Haus der Jugend. Geladen hatten das MiSO-Netzwerk zusammen mit der Landeshauptstadt Hannover. Während es am ersten Tag hauptsächlich um Auswertung des bereits im Jahr 2008 aufgestellten Plans ging, stand der zweite Tag ganz im Zeichen des Ausblicks auf den „LIP 2.0“ und die Zukunft der Stadtgesellschaft in Hannover.

„Der LIP richtet sich an alle Menschen in dieser Stadt“, sagte Oberbürgermeister Belit Onay (Grüne) zu Beginn in seiner Eröffnungsrede, „Integration muss für gleichberechtigte Teilhabe stehen“. Eby Tangara vom MiSO-Vorstand ergänzte: „Der LIP muss ein klares Zeichen für Humanität setzen“. Ein Drittel der Hannoveraner*innen habe eine Migrationsgeschichte: „Vielfalt ist unsere Stärke!“ Der LIP soll Ziele für Hannover als Einwanderungsstadt vorgeben. Eine Lenkungsgruppe, zu der auch Vertreter*innen von MiSO gehören, entscheidet über die inhaltliche Ausgestaltung. Sie besteht aus zwölf Fachbereichsleiter*innen aus der Stadtverwaltung, zehn Vertreter*innen der Zivilgesellschaft und einer*einem Delegierten der Integrationsbeiräte.

„Wichtig ist es, gemeinsam ins Gespräch zu kommen“, erklärt Dr. Koralia Sekler – Kuratorin des städtischen „Gesellschaftsfonds Zusammenleben“ GFZ: „Der LIP ist ein Plan für das friedliche Zusammenleben in unserer Stadt“. Anschließend überreichte Sekler den GFZ-Integrationspreis an den früheren Oberbürgermeister Stephan Weil (SPD), in dessen Amtszeit der LIP ursprünglich auf den Weg gebracht worden war.

Stephan Weil ist heutiger Ministerpräsident und beklagt den seit 2008 zu beobachtenden „Klimawechsel“ in der Gesellschaft und eine allgemeine „Verrohung der Sprache“: „Es hat sich einiges geändert und darauf muss der LIP eingehen.“

Die Begrifflichkeiten hatten einen hohen Stellenwert auf der gut besuchten Veranstaltung. Ob der zukünftige „LIP 2.0“ überhaupt Integrationsplan heißen wird, steht nicht einmal fest. Er ist ehr ein „Teilhabekonzept“. Unter Moderation von Jan Egge Sedelies und zahlreichen Freiwilligen gab es am ersten Tag viele Rückblicke und Analysen, eingerahmt von Cello und Gesang. Am Abend lief zudem noch eine „LIParty“ mit einer Jam-Session der Gruppe Linden Legendz. Rap, Funk und Reggae.

Am zweiten Tag begrüßte Stadträtin Konstanze Beckedorf die Gäste zum „Blick nach vorn“ beim LIP. Es gehe um einen „breitangelegten Beteiligungsprozess“, die Stadtverwaltung und das MiSO-Netzwerk verbinde schon seit Jahren eine „intensive Partnerschaft“, so die Sozial-, Sport- und Kulturdezernentin weiter. „Wir sollten keine Angst vor Streit haben, das ist die Basis unserer Demokratie“.

Bei der Perspektivdebatte wurde in „Dialogrunden“ über die Handlungsfelder des „LIP 2.0“ diskutiert: Bildung, Soziales, Demokratie, Stadtleben und Kultur, Wirtschaft, Stadtverwaltung und Diversität sowie Jugend lauteten die Themen, die der LIP in Zukunft für Teilhabechancen in der Stadtgesellschaft Hannover enthalten soll.

Weitere Informationen zur Veranstaltung und dem LIP gibt es auf der Seite des NeMO-Mitglieds MiSO Netzwerk-Hannover e.V.