Pressemitteilung zu den Internationalen Wochen gegen Rassismus: „Rassismus macht Geflüchteten die Integration schwer“

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  • 25. März 2019

Erfahrungen aus in 32 Städten laufendem Projekt in der Flüchtlingsarbeit zeigen, dass Rassismus und Diskriminierung für Geflüchtete zunehmend zum Hindernis werden.

Zum internationalen Tag gegen Rassismus am 21. März erklärt Ümit Koşan, Vorsitzender des Bundesverbandes Netzwerke von Migrantenorganisationen e.V. (BV NeMO): „Geflüchtete begegnen jetzt vermehrt den Diskriminierungen und Anfeindungen, die Migrantinnen und Migranten in Deutschland schon lange kennen beziehungsweise erleben.“

Denn: Diejenigen, die seit vier Jahren in Deutschland leben, suchen jetzt eigene Wohnungen, treten in den Arbeitsmarkt ein und versuchen sich ein gesellschaftliches Leben aufzubauen. „Diese Menschen haben die Sprache gelernt, sich an die gesellschaftliche Lebensweise hier mehr angepasst und bemühen sich intensiv um dauerhaften Aufbau ihres Lebens“, sagt Koşan. „Rassismus und Diskriminierung behindern aber jetzt ihre Teilhabe und damit ihr tatsächliches Ankommen in Deutschland.“

Der BV NeMO e.V. ist seit 2016 Träger des bundesweiten Projekts samo.fa (Stärkung der Aktiven aus Migrantenorganisationen in der Flüchtlingsarbeit). In 32 Städten unterstützen Ehrenamtliche mit eigener Migrationsgeschichte Geflüchtete beim Ankommen in Deutschland und können dabei auf ihr eigenes Erfahrungswissen und die Expertise der Migrantenorganisationen, in die sie eingebunden sind, zurückgreifen. Auch beim Thema Rassismus und Diskriminierung. „Diese Wohnungen ist schon vergeben“, „Geht doch zurück nach Syrien“ und „Schulempfehlung: Sonderschule“: Solche Sätze begegnen Geflüchteten aus den Projektstädten. Sie machen aber auch Erfahrungen wie diese: „Frauen mit Kopftüchern werden auf der Straße bespuckt und in Restaurants nicht bedient“, berichteten die Projektkoordinatorinnen aus Stralsund. Oder: „Wenn wir mit unserer Kindergruppe aus vielen Flüchtlingskindern ins Schwimmbad kommen, gehen die Leute weg“, wie die Saarbrücker Koordinatorin Lillian Petry erzählt. Ausführliche Hintergrundberichte aus mehreren Projektstandorten gibt es im Themenschwerpunkt „Rassismus und Diskriminierung“ auf der Website des samo.fa-Projekts.

In den lokalen samo.fa-Projekten unterstützen die Koordinator*innen und auch der BV NeMO als Dachverband Ehrenamtliche und Geflüchtete mit zugewandter Beratung, aber auch als gemeinsame Stimme gegenüber Politik und Zivilgesellschaft. „Rassismus ist auch in Deutschland salonfähiger geworden und bedroht das friedliche Zusammenleben in unseren Städten“, sagt Ümit Kosan. „Die letzten Ereignisse in Neuseeland, in Holland aber auch hier in Deutschland zeigen, dass das mit gefährlichen Konsequenzen enden kann.“