samo.fa: zweitägige Kooperationstagung in Berlin

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  • 17. Mai 2016

Das Projekt „Stärkung der Aktiven“, SDA, heißt seit der zweiten Kooperationstagung „Stärkung der Aktiven aus Migrantenorganisationen in der Flüchtlingsarbeit“, kurz samo.fa.. Rund sechzig Vertreter von einundvierzig Partnerorganisationen NEMOs aus ganz Deutschland trafen sich am 12. Mai in der Werkstatt der Kulturen in Berlin. Hauptthemen waren das Erreichen der Meilensteine aus der ersten Phase und die Erfahrungsberichte zu Erfolgen und Schwierigkeiten der Partnerorganisationen vor Ort.

Elizabeth Beloe, Netzwerkbegleiterin Nordost von NEMO, und Murat Baydas, Türkische Gemeinde in Schleswig-Holstein, erörtern Aspekte künftiger Zusammenarbeit

Elizabeth Beloe, samo.fa Netzwerkbegleiterin Nordost von NEMO, und Murat Baydas, Türkische Gemeinde in Schleswig-Holstein, erörtern Aspekte künftiger Zusammenarbeit

Initiierung hieß die Hauptaufgabe im ersten Schritt. Kontakte zu lokalen Trägern und Behörden waren zu knüpfen, die eigene Organisation vorzustellen und eine erste Bestandsaufnahme der schon laufenden Aktivitäten galt es, zu erstellen. „Insgesamt sind wir überrascht und zufrieden mit dem Stand des Projektes“, resümiert Ismail Köylüoglu, Geschäftsführer NEMO, „zumal man berücksichtigen muss, dass nicht alle Partner gleichzeitig angefangen haben und dass die lokalen Strukturen vor Ort sehr unterschiedlich ausgeprägt sind.“ Aktivitäten, die schon stattfinden, müssen nicht neu erfunden oder in Konkurrenzveranstaltungen verzweigt werden. „Das Miteinander vor Ort mit den bestehenden Organisationen bündelt die Aktivitäten viel besser, als dass jeder sein eigenes Süppchen kocht“, unterstreicht Dr. Wilfried Kruse, fachlicher Projektleiter, noch einmal die Bedeutung von Synergien in Kooperationen.

Mittagessen themennah: Flüchtlinge hatten für die Teilnehmer ein besonderes Mittagessen zubereitet.

Mittagessen themennah: Flüchtlinge hatten für die Teilnehmer ein besonderes Mittagessen zubereitet.

Sehr unterschiedlich fielen auch die Beschreibungen der Schwierigkeiten aus. In Köln hatbeispielsweise Anna Kass, Solidaritätsbund der Migranten e.V., den Eindruck, dass es wenige Schnittstellen zwischen den städtischen Einrichtungen und den Migrantenorganisationen vor Ort gibt. In Freiburg, so Tevhit Özbulut, Fairburg e.V., erschwere die geringe Verfügbarkeit von Dolmetschern die Arbeit. Aus Lübeck wusste Rafael Jancen, IKB e.V. Haus der Kulturen, zu berichten, dass es Bestrebungen gebe, die Flüchtlingsarbeit zu privatisieren.

Hingegen sind die Erfahrungen, die Alpha Ibrahima Balde und Ngimbi Makambu, Radio Mussidal Haalipur e.V., mit ihrem Radioprojekt in Mönchengladbach machen, durchweg positiv und wohl auch für andere Projektpartner ein gutes Vorhaben.

Viviette Tsuchussang Tchiwe referiert den Stand des Projektes samo.fa in Witten.

Viviette Tsuchussang Tchiwe referiert den Stand des Projektes samo.fa in Witten.

Das Gleiche gilt für die Einbindung von Sportvereinen, was Elina Chernova aus Düsseldorf als Empfehlung für die übrigen Teilnehmer mit auf den Weg gibt.

Apropos auf dem Weg: Das Goethe Institut hat für München, Dresden und Reutlingen ein sehr ähnliches Projekt wie samo.fa initiiert. Für NEMO als Vorreiter bei diesen Aktivitäten kann die Bestätigung kaum besser sein.

Datum: 12.05.2016 von 09.00 bis 16.00 Uhr

Ort: Werkstatt der Kulturen, Berlin

Foto: Bundesverband NEMO