Projektlaufzeit: 2016-2019

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Stärkung der Aktiven aus Migrantenorganisationen in der Flüchtlingsarbeit

2019 gibt es noch große Hürden bei der Integration Geflüchteter in Deutschland. Seit vier Jahren stärkt und gewinnt samo.fa Menschen mit Migrationsgeschichte als Aktive für die Unterstützung von Geflüchteten. Mit dem Ziel, Geflüchteten eine gleichberechtigte Teilhabe in allen Bereichen des lokalen und kommunalen Lebens zu ermöglichen. Das Kürzel samo.fa steht daher für die Stärkung von Aktiven aus Migrantenorganisationen in der Flüchtlingsarbeit. Im vierten Projektjahr geht es bei der Arbeit vor Ort aber nicht mehr ums „an die Hand nehmen“, sondern um „Hilfe zur Selbsthilfe“ und das Empowerment von Geflüchteten.

Hintergrund & Handlungsfelder

Nach vier Jahren steht die Bundesrepublik vor neuen Herausforderungen bei der Integration von Geflüchteten. Zwar kreist die politische Debatte vor allem um die Begrenzung von Neuzuwanderung, viele die 2015 in Deutschland Schutz suchten, sind aber hier geblieben – und lange nicht im neuen Alltag angekommen.

Die 32 lokalen samo.fa Partner sind daher in den Handlungsfeldern Arbeitsmarktintegration, Teilhabe an Bildung, Wohnen und Prävention einschließlich der Aufklärung über das Gesundheitssystem aktiv. Ohne zivilgesellschaftliches und ehrenamtliches Engagement von Menschen mit Migrationsgeschichte und ohne die Migrantenorganisationen ließe sich diese Aufgaben nur schwerlich bewältigen. In 2018 ging es außerdem darum, die entwickelten Angebote und Kooperationen langfristig und nachhaltig in den Städten zu etablieren. 2019 steht noch stärker das Empowerment der Geflüchteten im Fokus, also die „Hilfe zur Selbsthilfe“. Zentrales Thema ist auch der Umgang mit Rassismus und Diskriminierung, da durch die veränderte gesellschaftliche Stimmung und das Ende der „Willkommenskultur“ von 2015 Geflüchteten sowie Migrant*innen im Alltag vermehrt Feindlichkeit und Ausgrenzung begegnet.

Warum Migrantenorganisationen?

Migrantenorganisationen sind wichtige Partner für gutes Ankommen und Teilhabe von Geflüchteten. Stärker als Einzelpersonen können Migrantenorganisationen der erfolgreichen Integration und gleichberechtigten Teilhabe beitragen. Ihre Mitglieder, deren Familien, Verwandte oder die Nachkommen kennen häufig die Erfahrung des Ankommens. Aufgrund ihrer eigenen Migrationserfahrung, ihrer Mehrsprachigkeit und ihres interkulturellen Wissens können sie Geflüchteten in der neuen Umgebung unterstützen- auch bei sozialen Problemen, die 2019 für viele hinzukommen: Ein problematischer Wohnungsmarkt, Schwierigkeiten auf dem Arbeitsmarkt oder das Zurechtfinden im deutschen Bildungssystem, das Kinder mit Migrationsgeschichte insgesamt benachteiligt. Genau aus diesem Grund brauchen Migrantenorganisationen im lokalen und kommunalen Geschehen eine starke Stimme.

Nah an den Lebenszusammenhängen: ein lokal-kommunaler Ansatz

Grundlegend für samo.fa ist ein lokal-kommunaler Handlungsansatz. In 32 Städten und Kreisen in ganz Deutschland sind 32 lokale Partner koordinierend für samo.fa tätig. Unter den lokalen Partnern finden sich neben lokalen Verbünden vor allem migrantische Träger von Kultur- und Bildungsaktivitäten, die sich durch breite Kooperationsbeziehungen auszeichnen. In die Aktivitäten vor Ort sind daher bereits weitere Migrantenorganisationen einbezogen. Der Bundesverband NeMO unterstützt zudem die Bildung von Verbünden und hilft bei der finanziellen Sicherung der Angebote über die Projektdauer hinaus. Derzeit sind mehr als 500 Migrantenorganisationen im samo.fa Netzwerk.

Ziele & Aufgaben

Stärkung und Vernetzung der Aktiven vor Ort sind ein ebenso wichtiges Ziel wie die überregionale Zusammenarbeit an Integrationshürden und –konzepten. Durch die Förderung der lokalen und bundesweiten Zusammenarbeit trägt samo.fa dazu bei, den Einsatz Aktiver mit Migrationsgeschichte wirksamer zu machen (Koordinierung) und ihre Potenziale nachhaltig zu stärken (Beratung, Qualifizierung, Erfahrungsaustausch). Zudem soll das Engagement und das Expertenwissen der Aktiven aus Migrantenorganisationen lokal und überregional öffentlich sichtbarer gemacht werden. Regelmäßige Treffen, Qualifizierung, Netzwerkbegleitungen, Beratungen vor Ort und Veranstaltungen sind hierfür wesentliche Maßnahmen.

Gefördert durch